Archiv für Ethik

Wie sich die zwei größten Banken Deutschlands selbst disqualifizierten.

22.06.2010

Heute früh wollte ich die letzten paar Rubel umtauschen, die ich nach meiner Moskau-Reise noch hatte. Rubel, das ist die Währung des größten Landes dieser Erde, Russland. Also nichts exotisches wie nordkoreanische Wons (musste ich nachgucken) oder Uganda-Shillings. Nachdem ich diese Aktion gestern schon versuchte, aber an den seltsamen Öffnungszeiten der Banken scheiterte (“nach 16 Uhr machen wir dicht”), fuhr ich heute extra früh dorthin. Ein Protokoll.

1. Deutsche Bank am Winterhuder Marktplatz

“Hallo, ich habe hier ein paar Rubel, die gern umgetauscht werden möchten”
— (zählt nach) “Oh, Rubel kann ich nur bis 500 annehmen. Alle Scheine über 500 bekomme ich sonst wieder zurück.”

2. Hypovereinsbank am Winterhuder Marktplatz

“Hallo, ich möchte gern ein paar Rubel umtauschen.”
— “Awww, das tut mir leid, wir haben hier gar keine Sorten, wir sind zu klein” (sagte mir eine etwa zwei Meter große, aber nette Frau) “Dazu müssen Sie in die Eppendorfer Landstraße Nummer Eins.”

3.  Hypovereinsbank in der Eppendorfer Landstraße

“Guten Morgen, ich hab hier ein paar Rubel, die möchte ich gern in lokale Währung umtauschen”.
— “Oh Gott. Wieviel sind es denn?”
“Soundsoviel.”
— “Also, wissen Sie denn uuungefähr, wieviel Euro das wären? Zehn, Hundert, zweihundert?”
“Das müssten soundsoviel Euro sein.” (Schon seltsam, dass Bankmitarbeiter nicht mal ansatzweise über Wechselkurse informiert sind)
— (liest von ihrem Bildschirm vor) “Rufen Sie die Sortenhotline an… hmmm”
Es folgten ein paar Minuten, in der die Dame am Telefon hing und wissen wollte, wie jetzt der Wechselkurs ist. Danach kam sie wieder und meinte
— “Es tut mir soooo leid, wir können das nicht annehmen.”
:doh
— “Diese Währung ist nicht so gefragt. Tut mir leid.”

Das ist doch alles nicht wahr. Diese Banken sind die größten Deutschlands, geben sich so gerne als international und Global Player und können dann noch nicht mal russische Rubel umtauschen?

Ich gehe dann mal zu Contact-D.

Traumhaft tödlich.

05.02.2010

Vermutlich hätte auch eine absolut pazifistische Gesellschaft irgendwann Atombomben gebaut, einfach nur um diese spektakuläre Show zu genießen.

The iPad: Wie ein Gerät in unseren Alltag einziehen wird.

28.01.2010

Pre-iPad von 1986, Modell "Star Trek"

Gestern stellte Apple das neue iPad vor. Kurz darauf gab es die üblichen Diskussionen von begeisterten Fanboys, die sich jedes Apple-Produkt sofort ungeprüft zulegen müssen, enttäuschten Fans, die etwas anderes erwartet haben (“Ist ja nur ein großer iPod”) und kurzsichtigen Idioten, die auf jedem scheinbaren Mangel herumreiten (“Hat ja nichtmal USB oder ein Diskettenlaufwerk”).

Dabei geht es hier gar nicht um die Mängel in Hard- und Software, von denen es zweifellos noch einige gibt (fehlende Kamere, kein Multitasking, etc.)

Man mag auch von Apples Über-Protektionismus halten, was man will. Geschlossene Systeme, Überprüfung jedes Programms vor Freigabe – das stößt vielen übel auf. Allerdings scheint es, wie Spreeblick-Johnny bemerkt, noch keinen einzigen iPhone-Virus zu geben – insofern ist Apple damit schon erfolgreich.

Das wichtigste Feature des iPad ist allerdings nicht die Technik. (more…)

Früher hätte man Leute wie dich …

15.10.2009
  • vergast
  • ins KZ gesteckt
  • an die Wand gestellt
  • erschossen

Alles schonmal gehört, vorwiegend damals, als ich 15 war und eine maximalgesättigte Haarfarbe hatte.

Und bei euch?

Filmkritik: Star Trek (2009)

23.09.2009

Das Publikum will es so.

Gefreut hab ich mich. So viele Menschen meinten, der Film sei total super. Gestern hab ich mir “Star Trek” von J.J. Abrams angesehen.

Gut war folgendes: Die Charaktere waren wirklich gut ausgesucht. Jedem Schauspieler nahm man ab, die jugendliche Version ihres 66er Vorfahren zu sein. Vor allem bei Karl Urban als Leonard “Bones” McCoy hab ich gedacht, es kann keinen besseren geben. Auch Zachary Quinto als junger Spock kam so überzeugend rüber, wie ich es mir gewünscht hatte. Anton Yelchin als Pavel Chekov war ebenfalls eine absolut positive Überraschung. (more…)

Einwandererseife

07.07.2009

imigrant

Oder Seife aus Einwanderern? Hmm.

Verzierungen von Toten

06.07.2009

Dieser Eintrag ist für alle, die sich bei Google vertippt haben. Also vermutlich Menschen, die eigentlich Torten verzieren oder dekorieren wollten. Eventuell möchten sie aber auch tatsächlich Tote, also Leichen schmücken, d.h. also verzieren und/oder garnieren oder behängen.

Das wäre natürlich höchst bedenklich.

Vielleicht sind es aber auch nur Bestatter auf der Suche nach Inspiration.

Krawalltouristen.

05.07.2009
Photo von Phil Chambers

Photo von Phil Chambers

Gestern habe ich endlich Karten für das alljährliche Spektakel “Schanzenfest” zwischen Polizei und Autonomen bekommen. Ich wurde nicht enttäuscht – eine atemberaubende, imposante Show wurde dort gefeiert: Mit Feuershows, Wasserspielen und Sporteinlagen der Teenage Mutant Hero Turtles Polizei.

Jetzt werden sich einige fragen: Warum macht man das überhaupt? Warum geht man nicht mit seiner Freundin in den Pudel zum abhotten, sondern stattdessen zu einer total sinnlosen Straßenschlacht?

(Antwort nach dem Klick). (more…)

Mal zur Abwechslung was Gutes tun. DoGood.

10.06.2009

dogood

Es gibt eine neue iPhone-App, die hier unbedingt mal vorgestellt werden muss. DoGood heisst sie.

Sie funktioniert folgendermaßen: Jeden Tag wird eine gute Tat vorgegeben, die man dann durchführen und danach abhaken kann. Man sieht immer, wieviele andere Menschen diese gute Tat schon vollbracht haben und freut sich dann, dass sich z.b. 500 Menschen mit einem verkrachten Verwandten versöhnt haben.

Die heutige gute Tat lautet beispielsweise:

Support a local business
Don’t buy from a chain store today. Support your community instead!

Find ich total gut.

Außerdem ist die App kostenlos! Kann man sich hier besorgen (Link zum App Store).
Website des Herstellers

Screenshots nach dem Klick.

(more…)

Innen Minister, äußerst weltfremd.

05.06.2009

Das hier wird vermutlich kein besonders gut geschriebener Artikel, dazu bin ich zu aufgeregt.

Rückwärts fahren verboten.

Wo soll denn das alles hinführen?

Wir dachten doch alle, diese peinlichen Vorschläge wären längst vom Tisch. Jetzt fangen sie kurz vor der Wahl zum europäischen Parlament wieder damit an.

Werte Innenminister, glaubt ihr ernsthaft, dass sich durch ein Verbot von Egoshootern irgendetwas ändern wird? Nun, es wird sich etwas ändern: Diejenigen Jugendlichen, die sich die Spiele vorher gekauft haben, werden dieses dämliche Verbot umgehen, indem sie sich die Spiele “besorgen” und werden dadurch in die kriminelle Ecke gedrängt. Eine ganze Generation wird dadurch kriminalisiert. Ich kenne niemanden unter 35, der zumindest in seiner Jugend keine Egoshooter gespielt hat, ich kenne aber auch niemanden, der dadurch zum brutalen Amokläufer geworden ist. So geht es vermutlich auch 99,9% aller anderen Menschen in diesem Land. (more…)